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Hilgenfelds Hidden Treasure: Kaffee Warschau

Exotisch ist nicht immer gut. Es ist keine Qualität an sich, anders zu sein. Ähnliches gilt für Exklusivität.

Das Getränk, um welches es heute geht, überrascht jedoch auf die angenehmste Art und Weise durch seine Andersartigkeit und seinen exklusiven Charakter. Es fordert den Konsumenten heraus – es ist nicht unbedingt gefällig auf den ersten Schluck – sondern entwickelt seine Magie über Zeit. Die Rede ist von Kaffee Warschau.

Kaffee Warschau

Kaffee Warschau ist wie ein gutes Set deines favorite Deep-House DJ. Am Anfang wirkt alles etwas befremdlich: Der kalte Espresso, der schon direkt zu Anfang hervorscheinende süßliche-herbe Geschmack von Bitterlemon. Die beiden bitteren Aromen von Espresso und Zitrone – wobei letzteres eher an die Schale der gelben Citrus-Frucht erinnert -, die man in dieser Kombination nicht gewohnt ist und welche nicht unbedingt von Anfang an miteinander harmonieren. Ehrlicherweise findet sich der experimentierfreudige Konsument zunächst in einem kurzen Moment der Verwirrung wieder. Aber dann nimmt einen diese bizarre Kombination aus Brüh- und Kaltgetränk mit auf eine wunderbare Reise.

Kaffee Warschau verändert sich mit jedem Schluck: Die anfängliche Dominanz des Kaffees nimmt langsam ab und weicht immer mehr dem spritzigem Charakter des britischen Erfrischungsgetränks, das die Meisten von uns wahrscheinlich noch aus der Kindheit kennen, in welcher die lustige Tante im Restaurant das erste Mal etwas bestellte, was sich zwar nach Sprite angehört hat, aber dann irgendwie doch ganz anders schmeckte. Im Laufe unserer Reise, an deren Ende unweigerlich die traurige Realität des geleerten Glases wartet, gewinnt die Zitrone irgendwann die Oberhand. Die dehydrierende Wirkung des Espressos weicht einem belebendem Genuss, welcher das Kaffee bedingte, etwas pappige Mundgefühl mühelos wegspült und in dessen Folge ein wohliger Zustand der Erfrischung eintritt.

Wie auch dein Lieblings DJ, lässt sich Kaffee-Warschau bitten. Er ist bedacht auf seine Marke und die Kontexte, in denen er in Erscheinung tritt. So findet sich der neue Redaktionsliebling auch nicht auf der Karte des Hilgenfelds an der Uni. Wer aber bei Matze hinterm Tresen nachfragt, wird ein breites Lächeln ernten und nur einen kurzen Moment später mit einem großartigen kulinarischen Erlebnis und dem einem oder anderem argwöhnisch-interessiertem Blick anderer Besucherinnen belohnt.

Matze bei der Arbeit

Wie zu viele gute Dinge im Leben, hat auch der Kaffee Warschau seinen Preis, und ist mit 3,00€ sicherlich nichts für den alltäglichen Genuss. Doch die Investition lohnt, am Ende der angetretenen Expedition in unbekannte kulinarische Gefilde winkt ein Haufen Energie und definitiv bessere Laune sowie der sanfte Hauch avantgardistischer Exklusivität in mitten eines immer mehr zur Einöde verkommenden Meeres aus Chai-Latte, Cappuccino und dem obligatorischen Verschnitt eines Südamerikanischen Blätteraufguss.

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