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Corporate Design scheidet die Geister

Der schwarz-grau Auftritt polarisiert im Netz und auf dem Campus. Es sieht zwar aus wie ein Trauerfall, aber dafür funktioniert das Logo jetzt auch beim Faxen. Wie teuer es war, kann die Hochschulkommunikation leider nicht verraten.

Die Uni Erfurt existiert nun seit einem viertel Jahrhundert – Zeit für ein modernes Design. Ein mutiges, einzigartiges und eckiges. Dazu eine Kampagne, um die Hochschule mit mehr Selbstbewusstsein auszustatten, die einige zu Beginn »Harvard an der Gera« nannten. So in etwa könnte es abgelaufen sein, oder doch ganz anders.

Nun ist es jedenfalls da und auf Wikipedia und Facebook (ja, manche nutzen das immer noch), reagieren die Leute mäßig begeistert: Nichts-sagend, Trauerfarbe, oder: Quo vadis Alma Mater? Andere finden es hingegen flexibel und frisch. Spricht man mit den Studis auf dem Campus hört man ähnliches.

Auf Facebook sorgt das neue CD für Gesprächsbedarf.

Carmen Voigt, Leiterin der Hochschulkommunikation, antwortet auf Anfrage des Ungleich-Magazins: »Beim Corporate Design spielt ja immer auch eine emotionale Komponente eine Rolle.« Es sei ganz natürlich, dass Veränderung bei manchen Leuten Unmut auslöse und dieser drücke sich im Fall des CD-Relaunchs der Uni mal mehr, mal weniger sachlich und professionell aus. Über konstruktive Kritik freue sie sich aber. In persönlichen Gesprächen und Mails bekomme Voigt überwiegend positives Feedback.

Designs für alle Fakultäten

Neben dem schwarz-grau Logo für die gesamte Uni bekamen auch die Fakultäten ihre eigenen neuen Designs. Ausgestattet mit individueller Farbe und einem beliebigen Viereck – simpel, bunt und in einem gemeinsamen Stil. Vertreter*innen der Fakultäten wirkten daran mit. Nachdem das Corporate Design Anfang des Monats an den Start ging, habe die Uni bereits auf Kritik reagiert und bei den Farbkontrasten nachjustiert, berichtet Carmen Voigt, damit die Unterzeilen in den farbigen Logos besser lesbar und damit barriereärmer sind.

Viele Farben für viele Fakultäten.

Farbloses Uni-Logo

Die Hauptkritik, oder der Hauptunmut, richtet sich nicht gegen die farbenfrohen Fakultäten, sondern das monochrome der gesamten Universität. Schwarz sei doch die Farbe der Trauer und nicht die einer Hochschule. Voigt korrigiert, dass Schwarz streng genommen keine Farbe sei und nicht nur für Trauer, sondern auch für »Eleganz, Kraft, Neutralität« stehen könne. Die Farben der Fakultäten könnten zudem neben Schwarz der Uni viel stärker erstrahlen und es halte sie alle zusammen.

Im Anwendungsalltag sei schwarz-grau zugleich praktisch: »Zum Beispiel im Schwarz-Weiß-Drucker, Gravur, Fax«, erklärt Voigt. Und ihr habt euch eben gefragt, wer noch Facebook nutzt. In den sozialen Netzwerken hat die Uni übrigens schon auf das neue Logo umgestellt. Aber auf der Uni-Homepage erstrahlt noch das runde, blau-weiße Logo in archaischer Pracht.

»Natürlich haben wir auch Geld ausgegeben«

Was das neue Design und die Umstellungen kosteten und kosten werden, verriet die Universität dem Ungleich-Magazin nicht. Voigt antwortete zunächst ausweichend: »viel Zeit, Mühe und manchmal Geduld. Natürlich haben wir auch Geld ausgegeben. Aber die Investition hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.«

Auf Nachfrage erklärte sie weiter, dass vergaberechtliche Bestimmungen sie verpflichten den Betrag geheim zu halten. Außerdem verwies sie auf einen Kommentar des Fachblogs Design Tagebuch (https://www.designtagebuch.de/uni-erfurt-erhaelt-neues-corporate-design/comment-page-2/ ;vom 22.Oktober 2019), in dem Teilnehmende des Vergabeverfahrens selbiges beschreiben.

Das neue Logo prangt schon auf einigen Merchandise Artikeln der Uni. Die Hoodies sollen ab nächster Woche kommen. Da kann sich das Corporate Design dann wirklich bewähren und mal sehen, ob es sich gegen die StaWi-, KW- und EW-Pullis durchsetzt.

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