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Klein und mehr als fein: Das Café MUSTI

Es gibt einen neuen Stern (oder eher gleich fünf) am Erfurter Café-Himmel. Direkt am Eingang zur Langen Brücke befindet sich seit September 2021 das Café MUSTI. Mit über 80 Rezensionen und 5,0 Sternen bei den Google-Bewertungen – nur drei Monate nach Eröffnung – sticht es deutlich hervor. Es wird geschwärmt von einem tollen Frühstücksangebot, sehr gutem Kaffee und Kakao, einer Auswahl an hausgemachten, veganen Kuchen sowie einem sehr netten Inhaber. Das konnten wir als Konsum-Expert*innen natürlich nicht unbeachtet lassen und haben uns auf den Weg in die Altstadt gemacht.

Schon wenn man das Café MUSTI von außen betrachtet, fühlt man sich wohl. Durch die großen Fensterfronten erkennt man einen kleinen, äußerst stilvoll eingerichteten Raum, mit Pflanzen im Schaufenster und Kunst an den Wänden. Tritt man ein, ist es aber keinesfalls so, dass man sich erschlagen fühlt. Es ist einfach sehr, sehr gemütlich.

Hinter dem Tresen steht Mustansar Ali (Spitzname: Musti) – Namensgeber, Barista, Küchenchef und Inhaber in einem. Vielleicht kennt der/die eine oder andere ihn noch aus dem Café Füchsen. Nun steht er Tag ein Tag aus in seinem eigenen Café und serviert den Gästen und Gästinnen seine Kreationen.

“Kein großes Konzept, sondern einfach ein Café”

Das Café war ein Traum, den sich Musti dieses Jahr nach längerer Zeit endlich erfüllt hat. Nachdem er mehrfach an dem kleinen, leerstehenden Eckladen am Eingang zur Langen Brücke vorbeigelaufen ist, hat er sich ein Herz gefasst und die Räumlichkeiten angefragt – und zu unser aller Glück auch bekommen.

Zur Erfüllung dieses Traums gehörte dabei eine gewisse Portion an kreativem Gestaltungstalent und Improvisation: Statt das Inventar der ehemaligen Bäckerei Rüger rauszuschmeißen, wurde dieses aufgearbeitet, gemütliche Farbtöne für den neuen Anstrich ausgewählt und mit viel Glück eine preiswerte Kaffeemaschine, Möbel und alles Weitere an Ausstattung zusammengesucht. In den wärmeren Monaten und an sonnigen Tagen kann man es sich auch auf der Terrasse vor dem Café gemütlich machen und das Leben auf dem Hirschgarten beobachten. Ein richtiges Konzept hatte Musti aber nie – er wollte schlicht und einfach sein Café und ist seiner Intuition gefolgt. Und nun erstrahlt das kleine Eckcafé in neuem Glanz.

Apropos klein: Musti ist alles in allem sehr zufrieden, aber die Größe des Raumes ist schon ein Manko. Zum einen kann er im Winter, wo die Terrasse kaum genutzt wird (und Corona Einzug hält), weniger Menschen bewirten. Das größere Problem ist für ihn allerdings, dass er einen Großteil seiner Pflanzen gar nicht erst unterbringen konnte.

Lage, Lage, La(n)ge Brücke

Die Lage am Eingang zur Erfurter Altstadt hat laut Musti deutlich dazu beigetragen, dass das Café einen so guten Start hingelegt hat. Zum einen ist da die Terrasse (oder eigentlich der breite Bürgersteig vor dem Café), die zu Zeiten der Eröffnung noch rege genutzt wurde. Und zum anderen kommen einfach viele unterschiedliche Menschen vorbei – von Einheimischen, über Studis bis hin zu Tourist*innen ist es ein bunt gemischtes Klientel, das sich von Mustis Kreationen verzaubern lässt.

Frühstücksteller, Kuchen und die wohl schokoladigste heiße Schokolade Erfurts

Natürlich kann man bei Musti einfach rumkommen, um es sich an einem verregneten Nachmittag mit der wahrscheinlich schokoladigsten heißen Schokolade Erfurts gemütlich zu machen, aber auch sein Essen ist echt empfehlenswert. Denn trotz der kleinen Küche ist für jede Ernährungsform und für jeden Geldbeutel etwas dabei. Zwar betont Musti, es sei wichtig, die Auswahl begrenzt zu halten: “Du darfst die Kunden ja auch nicht überfordern. Simpel ist besser!” Aber irgendwie ist das Angebot doch gar nicht so klein, oder zumindest echt klug zusammengestellt:

Für den kleinen Hunger gibt es ein paar Suppen und Brötchen, die Musti frisch und nach Wunsch belegt, sowie verschiedene Kuchen, die er noch nach Feierabend alle selbst bäckt – diese sind nicht nur besonders schmackhaft, sondern auch alle vegan. Und dann gibt es noch die Frühstücksteller – Brötchen, hausgemachte Marmelade, frisches Obst, Gemüse und wahlweise tierischer oder auch veganer Brotbelag – die sich perfekt mit einem Cappuccino genießen lassen. Der Cappuccino ist übrigens der Signature-Drink des Hauses – er steht den Kreationen von Epitome, Klara Grün und Co. in nichts nach und ist dank Latte-Art übrigens auch ziemlich instagrammable.

Insgesamt ist Musti zufrieden, wie sein Café bisher so läuft – langsam wird es aber schon anstrengend, alles selbst zu machen. Deswegen plant er für das Frühjahr, wenn er hoffentlich seine Terrasse wieder eröffnen kann, ein, zwei Aushilfen einzustellen, die ihn unterstützen. Und wir freuen uns darauf, bei dem ein oder anderen Cappuccino die Nachmittags-Sonnenstrahlen zu genießen.

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