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Gegen die egoistische Gesellschaft – Die Erfurter Einkaufshilfe

Das Coronavirus stellt unsere Gesellschaft auf die Zerreißprobe. Wir steuern dagegen.

Der Gemeinschaftssinn unserer Gesellschaft scheint momentan in hysterischen Hamsterkäufen verloren zu gehen. Die Eindämmung bzw. Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus scheint zu häufig hinter persönlichen Bedürfnissen und dem Unwillen, sich selbst zum Wohl der Allgemeinheit einzuschränken, zu stehen. Während sich in China die Menschen von ihren Balkonen aus Mut zugerufen haben, kämpfen hier die Menschen um die letzte Packung Barilla-Nudeln, die in ein, zwei Tagen eigentlich schon wieder im Regal steht. Liebe Leute: Es ist nicht die Zeit für Egoismus!

Doch es gibt einen Lichtstreifen am Horizont, der uns alle wieder an das Gute in den Menschen glauben lässt: Auf Instagram, Twitter und Facebook verbreiten sich zunehmend Bilder von Zetteln, auf denen Menschen ihren Nachbarn, die unter Quarantäne stehen, zu Risikogruppen gehören oder generell Unterstützung brauchen, genau diese in Form von bspw. Einkaufsgängen anbieten. Auf Plattformen wie QuarantäneHelden oder nebenan.de können Leute diese Hilfe auch online anbieten oder suchen.

Die studentische Initiative Erfurter Einkaufshilfe greift genau dieses Konzept auf – spezifisch auf Erfurt zugeschnitten. Das Ziel ist es, Menschen in Quarantäne oder solche die zu Risikogruppen gehören, mit jungen Erwachsenen/Studis/Gesunden, die Zeit und Lust haben, zu vernetzen. Diese freiwilligen HelferInnen erledigen dann Einkäufe, Apothekengänge etc. für die betroffenen Personen, damit diese sich nicht dem Risiko einer Ansteckung aussetzen müssen. Die Einkaufshilfe soll sich besonders an diejenigen richten, die nicht von Nachbarn, Freunden oder Verwandten unterstützt werden können. Dadurch soll auf kürzestem Weg möglichst vielen Infektionen vorgebeugt und andere Menschen in ihrem Alltag unterstützt und geschützt werden. Mit einem Aufruf in Form eines kurzen Fragebogens wurden bereits die ersten Hilfsangebote gesammelt, und es wird sich über weitere motivierte HelferInnen gefreut! Mehr Infos befinden sich im Fragebogen und diese erhält man zusätzlich nach der Anmeldung per Mail.     

Die Hilfegesuche sollen indes unter einer zentralen Nummer angenommen und dann an die freiwilligen HelferInnen weitergeleitet werden. Die Zuordnung soll dem Stadtteil entsprechend erfolgen. Die Nummer wird erst dann bekannt geben, wenn sich genug Freiwillige gemeldet haben. Der Plan ist es am Montag, dem 23.03.2020, dann so richtig loszulegen. Bei Fragen und Anregungen richtet euch gerne an einkaufshilfe.erfurt@web.de.

Initiativen wie die Erfurter Einkaufshilfe zeigen, dass es in Zeiten von Hamsterkäufen und Corona-Partys doch noch Hoffnung auf ein solidarisches und bedachtes Miteinander gibt. Solltet ihr nicht in Erfurt oder bereits fleißig am Helfen sein, dann schaut doch mal bei QuarantäneHelden oder nebenan.de vorbei.

Wahrscheinlich gibt es jetzt schon mehr Helfende als Hilfesuchende – aber lieber so als andersrum!

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