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Campus Partizipation braucht Cash. Das PABU.

„Du hast nie wieder so viel Freiheit wie im Studium.“
Jede*r von uns hat diesen Satz schon mindestens einmal gehört, oder?

Und eigentlich stimmt das ja auch: Wir können selbst entscheiden, wann wir aufstehen, ob wir zu den Vorlesungen gehen, wann wir lernen, wann wir feiern gehen. Doch an einem Ort ist das anders: Beim Campusleben haben wir überraschenderweise recht wenig Mitspracherecht. Wer möchte, kann im Fachschaftsrat (FSR) oder im Studierendenrat (StuRa) mitarbeiten. Doch das bedeutet automatisch viel zusätzliche Arbeit neben dem Studium.

Gute Ideen, aber kein Budget.

Dafür gibt es jetzt ein neues Konzept: Das Partizipative Budget (kurz: PABU). Die Idee gibt es bereits in anderen Ländern und orientiert sich an dem Gedanken des Bürgerhaushalts. Lea Hildebrandt und Alice Schulte, beide Studentinnen der staatswissenschaftlichen Fakultät, haben sich mit Hilfe einer Initiative dafür eingesetzt, dass die Uni Erfurt als erste deutsche Universität dieses Konzept einführt. Lea erklärt: „Jede*r Student*in hat gute Ideen, die können nur oft nicht umgesetzt werden, weil den Studis das Budget dafür fehlt. Außerdem ist die Hürde, einen Finanzantrag beim StuRa einzureichen, sehr viel höher, als sich um das PABU zu bewerben. Wir hoffen, dass sich so mehr Leute trauen, ihre Ideen zu verwirklichen.“ Durch das PABU werden ab sofort im Haushalt des StuRas jedes Jahr 5000 Euro eingeplant, über die die Studierendenschaft relativ frei entscheiden kann. Studierende können ihre Ideen beim StuRa einreichen. Dafür gibt es jedoch zwei Bedingungen: Zum einen muss der StuRa in diesem Bereich Handlungskompetenzen besitzen und zum anderen muss das Ergebnis der gesamten Studierendenschaft zu Gute kommen. Alice betont: „Die Studierenden werden so angeleitet, groß zu denken. Wenn man weiß, dass es theoretisch möglich wäre, an 5000 Euro heranzukommen, dann werden Ideen automatisch konkreter.“ Über das PABU sollen vor allem die Partizipationsmöglichkeiten für die Studierendenschaft und die Demokratie an der Uni gefördert werden. „Sonst haben 15 von 6000 Studierenden sozusagen die Macht über die Studierendenbeiträge und das wollen wir ändern!“ Doch der Ablauf ist noch nicht ganz, wie von den beiden erwünscht. „Wir hätten eigentlich gerne, dass am Ende die Studierenden über die Verwendung des Geldes entscheiden. Doch bisher läuft es leider so ab, dass die Studierenden nur ein Meinungsbild abgeben können und am Schluss dann immer noch der StuRa entscheidet“, erklärt Lea. Jedoch sei es schon positiv, dass nun mehr Diskussionen geführt werden, wie man dieses Geld nutzen könnte.

Ein Fluchtpunkt für Student*innen

Louis Bange und Jonathan Ventzke sind schon einen Schritt weiter. Die beiden haben sich mit einigen Freunden aus ihrem Studium Fundamentale (StuFu) Nachhaltigkeit überlegt, dass es an der Uni Erfurt sehr wenig Orte gibt, die von den Studierenden selbst gestaltet werden können. „Deshalb wollen wir gerne den Uniklub gründen: Ein Ort von Studierenden für Studierende. Das soll ein Raum an der Uni sein, der eine Art Fluchtpunkt ist, wo sich also Studierende aus dem Unialltag rausziehen können,“ erklärt Louis. Doch die beiden wollen auch ein vielfältiges Programm auf die Beine stellen. Zwei Studierende wollen beispielsweise eine Fahrrad Selbsthilfewerkstatt einrichten, andere wollen eine Food-Sharing Zweigstelle aufbauen. Es soll also zum einen um Partys und Pausen gehen und zum anderen sollen die Themen Nachhaltigkeit und Partizipation gefördert werden. Die beiden haben schon mit der Uni-Verwaltung gesprochen, doch die war bisher nicht sehr kooperativ. Es wird behauptet, dass es keinen Raum für so etwas gäbe. Deshalb hoffen Louis und Jonathan, dass sie die 5000 Euro bekommen, damit die Verwaltung wahrnimmt, dass ihre Idee schon sehr konkret ist und auch wirklich umgesetzt werden wird. „Wir planen, dann eine Hochschulgruppe zu gründen und dafür möchten wir gerne schon eine Basis haben, sodass wir nicht bei null anfangen müssen.“ Louis und Jonathan sind ziemlich enttäuscht vom Angebot für die Freizeitgestaltung an der Uni Erfurt, da alle räumlichen Angebote entweder Geld kosten (Café Hilgenfeld, Hörsaal 7) oder hauptsächlich zum Lernen gedacht sind (Bibliothek, Lernwerkstatt). „Wir denken, dass alle Studierenden auch ein größeres Interesse haben, sich aktiv für die Uni einzusetzen, wenn sie die Chance haben, ein Projekt mit finanzieller Unterstützung durchzusetzen.“ Deshalb finden sie, dass das PABU eine sehr gute Möglichkeit ist, um die Teilnahme am Campusleben zu intensivieren, denn an Gemeinschaftsgefühl fehlt es der Uni Erfurt: „Die Partizipation steckt hier noch in den Kinderschuhen. Im Vergleich zu anderen Unis haben wir sehr wenig Möglichkeiten, uns aktiv einzubringen.“

Wenn ihr auch noch eine gute Idee habt und euch nur noch das Geld fehlt, um sie umzusetzen, dann meldet euch bis zum 19. Dezember beim StuRa und vielleicht habt ihr Glück und ihr bekommt die Chance mit 5000 Euro diese umzusetzen!

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